Live! 30. September 2026 19:00-20:30 Uhr
Rasse erhalten – um jeden Preis?
- im Ressort Tierschutz der Veterinärämter tätige Tierärztinnen und Tierärzte
- Tierärztinnen und Tierärzte, die der aktuellen Qualzuchtdebatte folgen
- alle Tierärztinnen und Tierärzte, die täglich mit Qualzuchten zu tun haben
Diskussionspunkte
Der Dackel soll bleiben. Aber darf er bleiben, wie er ist? Diese scheinbar einfache Frage führt mitten hinein in eine der schwierigsten Debatten der Tiermedizin. Denn wenn Rassemerkmale mit gesundheitlichen Risiken verbunden sind, stellt sich die Frage: Wie viel Veränderung ist nötig, um Gesundheit zu verbessern. Und wie viel verträgt eine Rasse, ohne ihren Charakter und ihr typisches Erscheinungsbild zu verlieren?
Die Debatte um sogenannte Qual- oder Defektzuchten ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und berührt die Tierärzteschaft fundamental. Erst recht durch die Auseinandersetzung mit den ersten wissenschaftlichen Leitlinien, die durch die Taskforce Gesunde Hundezucht (TGH) veröffentlicht wurden. Den Ausführungen der TGH wurden mit Stellungnahmen und offenen Briefen aus der Tierärzteschaft widersprochen.
Tiermediziner können sich dieser Debatte nicht entziehen. Ob in der Praxis, im Tierschutz oder in beratender Funktion: Sie sind zunehmend gefragt, wo Sie stehen und was sich in der Hundezucht ändern muss.
Es gibt viele offene Fragen:
- Welche Rolle soll die Tiermedizin bei der Weiterentwicklung der Hundezucht spielen?
- Wie lässt sich wissenschaftliche Evidenz in konkrete und praktikable Handlungsempfehlungen übersetzen?
- Warum kommen hochqualifizierte Tiermediziner*innen bei diesen Fragen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen?
- Welche Verantwortung trägt die Tierärzteschaft – und welche Rolle spielen die Zuchtverbände?
- Wie sollten Vollzugsempfehlungen aussehen?
Kann die Tiermedizin darauf eine gemeinsame Antwort geben?
Die Debatte ist deshalb mehr als eine Diskussion über einzelne Rassen oder einzelne Zuchtmerkmale. Sie berührt das Selbstverständnis unseres Berufsstandes: Welche Verantwortung übernehmen wir als Tierärzt*innen? Wo müssen wir Haltung zeigen? Wo brauchen wir mehr wissenschaftlichen Konsens? Und wie können wir trotz unterschiedlicher Positionen gemeinsam für das Tierwohl handeln? Jeder und jede Einzelne von uns ist gefragt und muss Stellung beziehen.
Darüber wollen wir am 30. September 2026 mit Prof. Achim Gruber und Dr. Christine Bothmann diskutieren.
Wir freuen uns auf eine kontroverse, fachliche und vor allem konstruktive Diskussion.
Unsere Studiogäste

