Live! 02. März 2027 19:30-21:00 Uhr
Genetisches Risiko ist keine Diagnose!
Ein praxisorientierter Kurs für Tierärzte*innen und TFA
Der Kurs ist geeignet für:
- Tierärzt*innen, die Ergebnisse von Gentests richtig einordnen möchten
- TFA, die über den Tellerrand blicken möchten
- alle die Besitzer*innen von Defektzuchten beraten möchten
Kursinhalt
Gentests sind in der Tiermedizin und insbesondere in der Hundezucht zunehmend präsent. Sie versprechen Antworten auf wichtige Gesundheitsfragen – doch was lässt sich aus einem genetischen Befund tatsächlich ableiten?
Wann ist ein Testergebnis aussagekräftig? Wann bedeutet ein genetischer Befund ein erhöhtes Risiko, ohne dass eine Erkrankung zwangsläufig eintreten muss? Und warum kann ein unauffälliges Testergebnis keine Garantie für ein gesundes Tier sein?
In der tierärztlichen Praxis müssen solche Ergebnisse verständlich eingeordnet und medizinisch sinnvoll bewertet werden. Das gilt für die Beratung von Tierhalterinnen und Tierhaltern ebenso wie für Zuchtentscheidungen und die Beurteilung familiärer Erkrankungsrisiken.
Der Kurs vermittelt die wichtigsten Grundlagen der veterinärmedizinischen Genetik und zeigt, wie sich genetische Testergebnisse in den klinischen und züchterischen Kontext einordnen lassen. Wir möchten, dass Sie genetische Befunde besser einordnen und ihre Aussagekraft und Grenzen verständlich erklären und fundierter beraten können. Der Kurs gibt Ihnen Sicherheit darin, zwischen einer nachgewiesenen genetischen Variante, einem erhöhten Erkrankungsrisiko und einer klinisch manifesten Erkrankung zu unterscheiden.
Fortbildungsziele
- Monogene Erkrankungen verstehen: Was bedeuten autosomal-rezessive und autosomal-dominante Erbgänge? Wie sind Trägerstatus und genetische Betroffenheit zu unterscheiden?
- Risikofaktor oder Erkrankung? Warum genetische Veranlagung nicht automatisch bedeutet, dass ein Tier erkrankt – und weshalb Tiere ohne bekannten Risikobefund trotzdem krank werden können.
- Penetranz und Expressivität: Warum derselbe genetische Befund bei verschiedenen Tieren unterschiedliche Folgen haben kann.
- Die Grenzen von Gentests: Was ein negatives Testergebnis aussagt, welche Varianten tatsächlich erfasst werden und wo die Aussagekraft endet.
- Komplexe Erkrankungen richtig beurteilen: Warum bei vielen orthopädischen, immunologischen, neurologischen oder anderen Erkrankungen mehrere genetische und nicht genetische Faktoren berücksichtigt werden müssen.
- Genetik in der Zuchtberatung: Wie Testergebnisse, klinische Befunde, Familieninformationen und genetische Vielfalt gemeinsam in die Bewertung einfließen können.
Expertise der Referentin
Dr. Anja Maria Geretschläger ist Molekularbiologin, Wissenschaftlerin und Gründerin der FERAGEN GmbH, einem anerkannten Kompetenzzentrum für genetische Veterinärdiagnostik in Salzburg. Mit ihrer Forschung zu Enzymkinetik bei Arabidopsis thaliana und ihrer Erfahrung in der Organisation klinischer Studien an der Paracelsus Medizinischen Universität Salzburg verbindet sie wissenschaftliche Exzellenz mit praktischer Anwendung. Seit vielen Jahren ist FERAGEN das bevorzugte DNA-Testlabor für Tierbesitzer, Züchter, Vereine und Tierärzte in ganz Europa. Mit nur einer Analyse werden bis zu 220 genetische Erkrankungen getestet und können somit früh erkannt und dem Ausbruch von Krankheiten vorgebeugt werden.
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